Artikel

Über Wärmepumpen, Klimaziele und den Standort Österreich.

Realistische Klimaziele, wirtschaftliche Herausforderungen und die Rolle der Industrie - Kari Ochsner über die Zukunft der Umwelttechnikbranche, die Bürokratiehürden der EU und warum pragmatische Lösungen für die Energiewende entscheidend sind.

oecolution austria

07.03.2025

3 min

Podcasts
Meinung

In der aktuellen Folge unseres Podcasts sprach Elisabeth Zehetner mit Kari Ochsner, dem Geschäftsführer von Ochsner Wärmepumpen, über die Herausforderungen und Chancen der Umwelttechnikbranche in Österreich. Als Vertreter der fünften Generation eines Familienunternehmens setzt er sich für realistische Klimaziele und die verstärkte Nutzung von Wärmepumpen ein.


Die wirtschaftlichen Herausforderungen für den Industriestandort Österreich

Ein zentrales Thema des Gesprächs war die wirtschaftliche Situation in Österreich. Kari Ochsner machte deutlich, dass sich das Land in der längsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg befindet. Steigende Lohn- und Energiekosten belasten die Konkurrenzfähigkeit der Industrie erheblich. Er betont, dass dringend Reformen notwendig sind, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.

Ein Hoffnungsschimmer sei, dass die Industriellenvereinigung parteiübergreifend an Lösungen arbeitet, um die Wirtschaft zu stabilisieren und nachhaltig zu stärken. Ziel sei es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die sowohl wirtschaftlichen Erfolg als auch Klimaschutz ermöglichen.


Die Rolle der Staatsbeteiligungen und erneuerbare Energien

Ein weiteres zentrales Thema der Diskussion war die Bedeutung staatlicher Unternehmen für die Energiewende. Kari Ochsner betont, dass der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere im Bereich der Wasserkraft, dringend vorangetrieben werden muss. Die OMV bleibt zwar ein Akteur im Gasgeschäft, doch der Transformationsprozess hin zu nachhaltigen Energien wird beschleunigt.

Eine der größten Herausforderungen dabei sind jedoch die Kosten für den Netzausbau. Ochsner warnt davor, dass diese Kosten nicht aus dem Ruder laufen dürfen, da sonst die Akzeptanz der Bevölkerung für die Energiewende gefährdet wird.


Bürokratie als Wachstumsbremse

Ein großes Hindernis für Unternehmen sieht Kari Ochsner in der überbordenden Bürokratie. Besonders die strengen Anforderungen der EU stellen eine Herausforderung dar. Ein Beispiel ist das Lieferkettengesetz, das viele Unternehmen an den Rand der Belastbarkeit bringt. Statt Innovationen zu fördern, bindet es wertvolle Ressourcen, die in Forschung und Entwicklung besser investiert wären.

Ochsner fordert daher eine pragmatische Lösung, die Unternehmen nicht überlastet, sondern ihnen ermöglicht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: nachhaltige Innovationen und wirtschaftliches Wachstum.


Realistische Klimaziele als Grundlage für nachhaltigen Erfolg

Abschließend plädiert Kari Ochsner für realistische Klimaziele. Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung seien zentrale Herausforderungen der Zukunft, doch zu ambitionierte Vorgaben könnten kontraproduktiv sein.

Unrealistische Klimaziele könnten die Unterstützung der Bevölkerung gefährden und langfristig sogar dem Klimaschutz schaden. Es sei essenziell, eine Balance zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interessen zu finden, um eine nachhaltige Zukunft zu sichern.


Das vollständige Gespräch gibt es in der aktuellen Folge von oeco? LOGISCH! – jetzt reinhören

Weitere Artikel

9 von 10 Österreicher für heimische Gasförderung

Eine aktuelle MARKET-Umfrage im Auftrag von oecolution zeigt: 89 Prozent der Österreicher befürworten heimisches Gas statt teure Importe. Die Bevölkerung wünscht sich mehr Versorgungssicherheit, mehr Unabhängigkeit und einen pragmatischen Zugang zur Energiepolitik. Warum also holen wir unsere Energie nicht selbst aus dem Boden?

Klimawende als Wohlstandschance: Beitrag von Christian Tesch im „Jahrbuch für Politik“

Klimaschutz braucht keine Verbote, sondern funktionierende Märkte. Warum die Klimawende zur Wohlstandschance werden kann, zeigt Christian Tesch im aktuellen „Jahrbuch für Politik“.

Neue Studie zeigt: Österreichs Stromverteilnetz ist hoch fragmentiert – und das kostet

Eine aktuelle Studie des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag von oecolution zeigt: Österreich zählt zu den am stärksten fragmentierten Stromverteilnetzsystemen Europas. Diese Zersplitterung verursacht Effizienzverluste, höhere Netzkosten und strukturelle Nachteile beim dringend notwendigen Netzausbau – gerade in einer Phase, in der die Energiewende massive Investitionen erfordert.