Artikel

Proaktive Standortpolitik wird zur Überlebensfrage für soziale Stabilität und Klimaschutz

Kommentierung zur Nationalratswahl 2024: Tempo und Reformeifer bei Bürokratieabbau, Investitionsanreizen, Lohnnebenkostensenkung und Energiewende gefragt

oecolution austria

30.09.2024

2 min

Standort
Leben
Meinung

Nach der Nationalratswahl fordert Elisabeth Zehetner, Geschäftsführerin von oecolution austria, mutige und entschlossene Reformen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich. Angesichts der drängenden Herausforderungen der kommenden Jahre sieht sie eine proaktive Standortpolitik als unverzichtbar an. „Überregulierung bremst Produktivität und Innovation. Das muss sich ändern, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen“, mahnt Zehetner mit Blick auf die Zukunft des Landes.


Das jüngste IMD-Ranking, in dem Österreich von Platz 24 auf Platz 26 abrutschte, sei ein Warnsignal. „Die wirtschaftliche Lage lässt keine Spielchen und keinen Stillstand zu. Rasche Sondierungen und entschlossene Regierungsverhandlungen müssen die Antwort auf diese Entwicklungen sein. Die Wirtschaft muss dabei im Zentrum stehen – sowohl für den Erhalt unseres Wohlstands als auch, um entscheidende Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben“, so Zehetner. Ihr Appell: Weniger Bürokratie, gezielte Steuererleichterungen und Investitionsanreize, um den drohenden Rückschritt in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht abzuwenden.


Besonders wichtig sei die Verbindung von wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz. „Ohne wirtschaftliche Stärke gibt es keinen nachhaltigen Klimaschutz. Wir brauchen eine starke Wirtschaft, um den Ausbau erneuerbarer Energien, die nötige Netz- und Speicherinfrastruktur sowie technologische Innovationen zu fördern.“ Der Abbau bürokratischer Hürden für die Energiewende müsse daher eine der Hauptprioritäten der kommenden Regierung sein.


Auch die Senkung der Lohnnebenkosten steht auf Zehetners Agenda ganz oben. Diese Maßnahme sei essenziell, um heimische Unternehmen zu entlasten, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig Arbeitsplätze zu sichern. „Geringere Lohnnebenkosten schaffen Anreize für neue Investitionen und stärken die Innovationskraft. Nur mit einer proaktiven Standortpolitik kann Österreich langfristig soziale Stabilität und effektiven Klimaschutz sicherstellen.“


Insgesamt fordert Zehetner Tempo und Reformeifer von der neuen Regierung, um Österreich fit für die Zukunft zu machen und gleichzeitig den ökologischen Wandel zu beschleunigen.

Weitere Artikel

Neue Studie zeigt: Österreichs Stromverteilnetz ist hoch fragmentiert – und das kostet

Eine aktuelle Studie des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag von oecolution zeigt: Österreich zählt zu den am stärksten fragmentierten Stromverteilnetzsystemen Europas. Diese Zersplitterung verursacht Effizienzverluste, höhere Netzkosten und strukturelle Nachteile beim dringend notwendigen Netzausbau – gerade in einer Phase, in der die Energiewende massive Investitionen erfordert.

Das neue oepuls. ist da!

Österreich setzt auf klimapolitischen Pragmatismus: Mit dem neuen Strommarktgesetz und der Industriestrategie 2035 entsteht ein leistbares Betriebssystem für die Energiewende. Wie wir bei Strom, Wasserstoff und Innovation wirklich vorankommen, lesen Sie jetzt in der neuen oepuls. Ausgabe.

Wasserstoff, Wirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit: Was Europa jetzt braucht

Wasserstoff gilt als Hoffnungsträger der Energiewende – doch wie realistisch ist sein Einsatz wirklich? In diesem Gespräch spricht Lukas Renz über innovative Speichertechnologien, unternehmerischen Mut und Europas wirtschaftliche Zukunft. Es geht um technologische Durchbrüche, politische Hürden und die große Frage, wie Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg zusammen gedacht werden können.