Veronika Wüster: Sekundärrohstoffe als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft
In einer neuen Folge des oecolution-Klimapodcasts, moderiert von Geschäftsführerin Elisabeth Zehetner, stand die Expertin Veronika Wüster im Mittelpunkt.
In einer neuen Folge des oecolution-Klimapodcasts, moderiert von Geschäftsführerin Elisabeth Zehetner, stand die Expertin Veronika Wüster im Mittelpunkt.
oecolution austria
02.01.2025
2 min
Mit Wüster, Geschäftsführerin des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB), haben wir unter anderem über die Zukunft der Recyclingwirtschaft und die Rolle von Sekundärrohstoffen für eine nachhaltige Ressourcenwirtschaft gesprochen.
Die Vielfalt der Abfallwirtschaft
Gleich zu Beginn des Gesprächs zeichnet Wüster ein facettenreiches Bild der Abfallwirtschaft. Der VOEB vertritt 260 Unternehmen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette arbeiten – von der Sammlung über die Sortierung bis hin zur Verwertung von Abfällen. Diese Bandbreite reicht von kleinen Familienbetrieben bis zu internationalen Leitunternehmen. „So bunt wie die Abfallwirtschaft ist, so bunt sind auch unsere Betriebe“, fasst Wüster die Vielfalt zusammen.
Abfall als Wertstoff
Eine zentrale Botschaft der Expertin: Abfall ist kein Abfall mehr, sondern ein „Rohstoff am falschen Platz“. Wüster erklärte, dass Kreislaufwirtschaft bedeutet, Materialien wiederzuverwenden, anstatt sie nach dem Gebrauch zu entsorgen. „Wir sehen Abfall als einen Rohstoff, der wesentlich zur Ressourcenschonung beitragen kann“, betont sie. Sekundärrohstoffe wie recyceltes Metall, Glas oder Papier spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie nicht nur Rohstoffe schonen, sondern auch CO₂-Emissionen reduzieren.
Herausforderungen in der Kreislaufwirtschaft
Trotz der Potenziale der Recyclingwirtschaft sieht Wüster zahlreiche Hürden. Eine davon sei die grenzüberschreitende Nutzung von Sekundärrohstoffen. „Es ist derzeit oft einfacher, neue Rohstoffe zu importieren, als recycelte Materialien zu verwenden“, erklärte sie. Um dem entgegenzuwirken, fordert der VOEB einen „Schengenraum für Abfälle“, der den Import und Export innerhalb Europas erleichtern würde. „Das ist essenziell, um Anlagen effizient auszulasten und eine resiliente Wirtschaft aufzubauen“, so Wüster.
Lithium-Ionen-Batterien: Ein Problem mit Lösungspotenzial
Ein besonders dringendes Thema ist die nicht fachgerechte Entsorgung von Lithium-Ionen-Batterien. Diese Batterien, die oft im Restmüll landen, stellen nicht nur eine Umweltgefahr dar, sondern auch ein hohes Brandrisiko für Recyclingbetriebe. „Unsere Betriebe berichten fast täglich von Brandereignissen, was existenzbedrohende Folgen haben kann“, warnt Wüster. Sie schlägt ein Cashback-System, eine Art Pfandsystem, für Batterien vor, um die Sammelquote zu erhöhen und Konsumenten zu motivieren, Batterien korrekt zu entsorgen.
Bewusstseinsbildung als Schlüssel
Neben technischen Lösungen plädierte Wüster auch für mehr Aufklärung in der Bevölkerung. „Viele wissen nicht, wo überall Batterien verbaut sind – von E-Books über blinkende Kinderschuhe bis hin zu Einweg-E-Zigaretten“, erklärte sie. Die Kombination aus Anreizsystemen und Bewusstseinsbildung sei entscheidend, um die Recyclingquote zu steigern.
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